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Zu Gast auf Erden

Am Jahresende komme ich Ihnen mit einer Geschichte, die Sie zu Silvester ausgerechnet nicht erwarten. Es ist die Geschichte einer Witwe in Nord-Israel, deren einziger Sohn in jungen Jahren verstorben ist und damit ihre letzte Hoffnung. Nun tragen sie den Toten hinaus auf den Friedhof. Viele Nachbarn sind mitgegangen. Da kommt Jesus zufällig vorbei, hält den Trauerzug an, ergreift den Toten bei der Hand, erweckt ihn zum Leben und gibt ihn seiner Mutter wieder.

Was wir ausgerechnet heute damit anfangen sollen? Nun, ich denke, auch wir haben einen Toten zu begraben, das alte Jahr! So viele Hoffnungen hatten wir ins Jahr 2007 gesetzt, zig Möglichkeiten hat es uns jeden der 365 Tage angeboten. Und nun gilt es Abschied zu nehmen. Ich spüre jedes Jahr neu die Vergänglichkeit, die Flüchtigkeit unseres ganzen menschlichen Lebens. Bei Hiob lesen wir: „Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.“ Und so sind wir im Begriff, das alte Jahr hinaus zum Friedhof zu tragen, festlich, feuchtfröhlich, lautstark… Aber ich weiß, dass für viele Menschen der Mordslärm, der um null Uhr ausbricht, nicht ausreicht, um die eigenen mahnenden Stimmen, die in unseren Ohren klingen, zu übertönen, und dass für viele gerade der Jahreswechsel am allerschwersten durchzustehen ist. Es ist ja schließlich nicht gleichgültig, was wir aus den begrenzten Jahren unseres Lebens machen!

Deshalb wünsche ich Ihnen, dass es Ihnen genauso gehen möchte wie der Witwe auf dem Weg zum Friedhof: Dass Jesus Ihnen begegnet, um Sie zu trösten. Dass Weihnachten herüberklingt: „Welt ging verloren, Christ ist geboren“, dass wir gerufen sind, IHM zu glauben und damit gerufen sind zum ewigen Leben und zu Gottes Herrlichkeit. Dann wäre dieses alte Jahr, das nun zu Ende geht, nur eine Stufe gewesen, die wir emporsteigen dürfen auf der Treppe zu Gottes Thron. „Ein Tag, der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, so schöne, mein Herz an dich gewöhne, mein Heim ist nicht in dieser Zeit.“ (nach W. Hess) 

Pastor Klaus Dörrie

Erschienen als „Quergedacht“ im Langenhagener Echo, Dezember 2007

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