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Josef, der treue, gehorsame Mann

In der Weihnachtsgeschichte kommt einer vor, der chronisch unterschätzt wird: Josef. Wer war er? Was finden wir in Gottes Wort über ihn? Zunächst fällt auf, dass nur Matthäus direkt von ihm berichtet, in der Weihnachtsgeschichte bei Lukas wirkt er wie eine Randfigur. Aber die ist er ganz und gar nicht. Er muss ja mit durch die Höhen und Tiefen rund um die Geburt und die Kindheit Jesu.

Matthäus berichtet, dass Josef fromm war. Als frommer Jude hielt er sich an das Gesetz, kannte den strengen, liebenden Gott, wie er sich im alten Testament offenbart. Er wusste auch um den Messias, der kommen sollte. Dass er so direkt damit zu tun bekommen würde, hat er wohl nicht geahnt.

Plötzlich musste er nämlich mit eine schwierigen Situation klar kommen, denn seine Verlobte war schwanger, aber nicht von ihm. Trotz aller Enttäuschung überlegte er, wie er die prekäre Situation für alle Beteiligten bewältigen konnte und entschloss sich, heimlich die Verlobung zu lösen. Er wird in der Nacht nicht gut geschlafen haben als der Engel ihn aufklärte: Nimm Maria zu dir, das Kind ist von Gott. Nenne den Jungen Jesus, denn er wird sein Volk von ihren Sünden retten. Und Josef gehorchte, er tat, was der Engel gesagt hatte. Als Maria ihm dann erzählte, dass auch ihr der Engel erschienen war, denselben Namen für das Kind genannt hatte und wie dann der Besuch bei Elisabeth alles noch einmal bestätigt hatte, das wird Josef gezeigt haben, dass er genau richtig gehandelt hat.

Lukas berichtet von der mühevollen Situation rund um die Geburt. Ausgerechnet in der Zeit, als täglich das Kind kommen kann, mussten die beiden nach Bethlehem reisen, weil Josefs Familie da ihre Wurzeln hatte. Es gab sehr viele Familien, die vom König David abstammen und sich deshalb in Bethlehem zur Zählung einfinden mussten. Die Unterkünfte im Ort waren hoffnungslos überfüllt und ausgerechnet jetzt kam das Kind zur Welt. Jesus wurde unter den so ziemlich misslichsten Umständen geboren, die man sich vorstellen kann. Und Josef war mittendrin. Als Mann trug er die Verantwortung.

Aber es gab auch Lichtblicke. Die Gesichter der Hirten haben möglicherweise noch gestrahlt von dem himmlischen Glanz des Engelchores, von dem sie berichteten. Die Weisen aus dem Osten brachten wertvolle Geschenke. Dass dieses Kind ein besonders Kind war, Josef und seiner Frau wurde das langsam immer mehr klar, spätestens als dann in Jerusalem Simeon und Hanna prophetisch von dem Erlöser sprachen. Aber was sollte das bedeuten, als Simeon zu Maria sagte, dass etwas kommt, dass sie wie ein Schwert durchdringen wird? Josef wird seiner Maria auch in dieser Situation ein verständnisvoller Mann gewesen sein.

Kurz darauf erschien der Engel dem Josef erneut im Traum und gab ihm den Auftrag, die Familie in Ägypten in Sicherheit zu bringen, denn der König Herodes bedrohte das Leben des Kindes. Wie schon vorher gehorchte Josef anstandslos. Er packte alles zusammen und sie zogen nach Ägypten. Als Zimmermann wird er dort die Familie versorgt haben, der ruhige, verantwortungsbereite Mann vom Bau. Als Herodes endlich tot war, erschien ihm der Engel erneut. Josef brach mit der Familie auf in die Heimat, nach Nazareth. Als er dann aber erfuhr, dass der neue König der Sohn des Herodes war, kamen ihm Zweifel. Aber wieder kam eine klare Ansage von Gott im Traum. Und Josef tat gehorsam, was er zu tun beauftragt war.

Er redet nie, er ist einfach nur gehorsam. Der Josef, den wir als Krippenfigur kennen, mit leicht verklärtem Blick die Laterne haltend, passt irgendwie nicht zu dem Josef, den uns die Bibel zeigt. Er ist keine Randfigur sondern ein Vorbild: fromm, verantwortungsbewusst, rechtschaffen, beherrscht, liebevoll, treu.

(G.E.)

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