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Halber Christ - ganzer Unsinn

Ein Seifenfabrikant ging mit seinem Gast, der ein gläubiger Christ war, spazieren. Unterwegs meinte der Fabrikant: „Das Christentum hat noch wenig genützt, sonst gäbe es in der Welt nicht soviel Schlechtigkeit.“ So gingen sie weiter und kamen an einer Baustelle vorbei, wo ein Knirps im Matsch spielte. „Sieh diesen schmutzigen Jungen an – und dort die anderen Kinder, wie wenig sauber sie sind. Deine Seife scheint wertlos zu sein“, bemerkte der Gast. „O, meine Seife ist gut“, wehrte sich der Fabrikant, „man muss sie nur anwenden.“ Darauf entgegnete sein Freund: „Genauso ist es mit dem Christentum!“

In der Bergpredigt Jesu heisst es: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.“ (Mt. 7, 21) Viele sagen gedankenlos: Ach Gott, ach Gottchen. Aber sie fragen nicht, was Gott will und noch weniger tun sie, was Gott will. Sind wir damit gemeint? Heinrich Heine wusste: Sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser. Man muss nicht Pastor sein, um hier nicht zu erschrecken. Wir predigen doch irgendwie alle, unser Leben ist Predigt. Aber  predigen wir auf zwei Ebenen? Zu Hause, da sind wir privat; und dann draußen, da sind wir öffentlich? Das ist die Frage Jesu an uns: Bist du ganz oder halb? Mit der linken Hand Geld in die Kollekte tun und mit der rechten falsche Zahlen dem Finanzamt schreiben? Mit der eigenen Frau tanzen und einer anderen schöne Augen machen? Im Büro als Christ gelten und zu Hause unausstehlich sein? Viele sagen: Herr, Herr! Aber tun nicht, was dieser Herr sagt.

Der so genannte „denkende Mensch“ von heute: Er will Gott nicht haben, der soll in seinem Leben nicht das Sagen haben; etwa im Geschäft, in Schule, Politik, Ehe, Familie, privat… Doch dann fragt er in der Not: Wo ist Gott? Warum lässt Gott das zu? Kann das ein Gott der Liebe sein?

Aber hat der allmächtige Gott nicht das Recht, sich zurückzuziehen, wenn wir ihn ablehnen?

Klaus Dörrie, Pastor der Eliagemeinde

erschienen als „Quergedacht“ im Langenhagener Echo im Juli 2009

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