Ich meine Ihre Liebe zu sich selbst und Ihren Mitmenschen. Gleichgewicht ist lebensnotwendig: Ist ein Gewässer nicht im Gleichgewicht, kippt es um. Hält die Hochseilartistin ihres nicht, kippt auch sie. Ist der Körper im Ungleichgewicht, wird er krank. Ist die Liebe nicht in Balance, krankt sie ebenso. Zu große Eigenliebe führt zu Unmenschlichkeit. Zu kleine Eigenliebe führt zu Selbstzweifeln, im Extremfall zu seelischer Erkrankung. Es ist wichtig, dass Sie sich selbst annehmen, mit allen angeblichen inneren und äußeren Schönheitsfehlern, sowie allen schlechten Erfahrungen, die Sie gemacht haben. Es gibt nämlich genügend Dinge, die Sie gut können. Egal, was in Ihrem Leben falsch gelaufen ist, ab jetzt dürfen Sie beginnen, es zu verändern. Wer sich bewusst selbst liebt, muss sich Pausen gönnen, und eigene Bedürfnisse im Blick haben. Raubbau an Körper, Seele und Geist hat nichts mit Liebe zu tun! Nur wer ausgewogene Liebe zu sich selbst hat, kann Mitmenschen richtig lieben, akzeptieren, und ihnen Hilfe anbieten. Die Grundlage dieser Liebe muss die Liebe zu Gott sein; denn er nennt uns in der Bibel sein wichtigstes Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Aber, wie kann man Gott lieben? Man muss ihn besser kennen lernen! Das geht durch Lesen in der Bibel, z.B. im Johannes-Evangelium. Dort finden wir den Augenzeugenbericht eines Vertrauten von Jesus Christus. Diesen schickte Gott, als Mensch geboren, auf die Erde, damit wir Gott besser verstehen. Er wurde begreifbar und erfahrbar, vergleichbar einem Sohn, der seinem menschlichen Vater ähnlich ist. Ein göttlicher Sohn, durch Gottes Geist gezeugt, kann aber viel ähnlicher sein! So können wir in Jesus Gottes Liebe zu uns sehen, annehmen und erwidern. Zusammen mit der Liebe zu uns selbst und den Menschen, entsteht das ideale Liebesgleichgewicht.

Karin El-Anwar

Erschienen als „Quergedacht“ im Langenhagener Echo, August 2010

 

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