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Fünfzig Euro

Ein Referent begann seinen Vortrag damit, dass er einen 50-Euro-Schein hochhielt und fragte: „Wer will ihn haben?“ Einige guckten ein wenig zweifelnd – wollte er wirklich 50 Euro einfach so verschenken? Trotzdem hoben die meisten sofort die Hand. Es gab ja nichts zu verlieren. „Okay“, fuhr der Referent fort. „Viele wollen den Geldschein haben. Aber wenn ich nun Folgendes mit dem Geldschein mache“, sagte er und knüllte den Geldschein zu einem kleinen Papierballen zusammen, „wer will ihn dann noch haben?“ Immer noch hoben viele im Saal die Hand. „Eine letzte Frage“, sagte der Referent. „Wollt ihr den Geldschein immer noch haben, auch wenn ich das mache?“ Und er warf den Geldschein auf den Boden, trat auf ihn und hob ihn dann wieder auf. Nun war der Geldschein zerknüllt, schmutzig und ein bisschen kaputt. Doch die Hände im Saal hoben sich immer noch. „Ihr habt nun die erste Lektion für heute gelernt“, sagte der Referent. Ganz egal, was ich mit dem 50-Euro-Schein getan habe, in jedem Fall wolltet ihr ihn haben. Weshalb? Doch wohl deshalb, weil er nicht seinen Wert verloren  hat, egal, was ich auch mit ihm gemacht habe. – Ihr seid wie Geldscheine. Das Leben wird euch hier und da zusetzen, ihr werdet euch kaputt und zusammengefaltet fühlen. Aber ihr behaltet weiterhin euren Wert. Für die Menschen in eurer Umgebung seid ihr von unschätzbarem Wert. Euer menschlicher Wert beruht nicht auf dem, was ihr tut oder was ihr könnt, sondern auf dem, was ihr seid.“ Darüber staunt schon der Beter des 8. Psalms: „Was ist der Mensch, dass du, Gott, seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ Die Bibel macht Gott groß, ohne den Menschen klein zu machen. Ohne Beispiel in den Weltreligionen, einfach unüberbietbar, sagt Jesus im Neuen Testament von einem jeden Menschen (Joh. 3, Vers 16): „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ 

Pastor Klaus Dörrie

Erschienen als „Quergedacht“ im Langenhagener Echo, Januar 2008

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