Vor einiger Zeit stieg ich in Essen am Hauptbahnhof in ein Taxi. Nach wenigen hundert Metern ging nichts mehr: Stau. „So ist das morgens fast immer“, meinte der Fahrer, „Essen auf Rädern“.

Netter Witz. Aber die Bibel hat noch was Besseres.

Vor zirka 2.700 Jahren hat im Nordreich Israel eine Frau das Sagen. Sie heißt Isebel, ist die Frau von König Ahab und Tochter eines heidnischen Priesterkönigs. Ihr Ziel ist klar. Sie will die geistliche Elite im Volk vernichten, um auf diese Weise den üblen Kult des Götzen Baal nachhaltig zu etablieren. Dabei geht sie ohne jeden Skrupel vor. Ihr Mann, der König, hat wenig Kraft, aber offenbar auch nicht die notwendige Sicht, um dem etwas entgegen zu setzen.

In dieser Zeit beruft Gott sich einen besonderen Propheten: Elia. Er hat das, was dem König gänzlich fehlt, nämlich den Draht zu seinem Gott. Er ist ein Beter. Und irgendwann bekommt Elia seinen ersten Auftrag, geht zum König und sagt dem, was Gott davon hält, dass Volk und Land gerade geistlich den Bach hinunter gehen. Er kündigt eine Dürre an, die auch prompt eintritt, Ende unbekannt.

Welch ein Kontrast, diese beiden Männer. Ahab, zwar in Königsrobe aber ein Schwächling, der sich von seiner Frau auf der Nase herumtanzen lässt und der deshalb das Wohl des Volkes opfert. Und auf der anderen Seite Elia in seinem Mantel aus Kamelhaar, mit Menschenaugen gesehen kein Besonderer, aber ein Mann Gottes. Elia hat eine klare Botschaft von Gott und damit tritt er mutig vor den König. Ob er sich Gedanken um seine eigene Zukunft gemacht hat? Für ihn war eine Dürre ja auch eine Katastrophe.

Das Wort Gottes legt uns das Gefühlsleben des Propheten nicht offen. Es wird berichtet, dass Elia sich an einen Bach zurückziehen soll, der erst einmal noch nicht austrocknet. Und was ist mit der Nahrung? Nein, es gibt nicht „Essen auf Rädern“ aber es gibt „Essen auf Flügeln“. Gott gebietet den Raben, Elia mit Brot und Fleisch zu versorgen. Zwischen irgendeiner unbekannten Quelle für Brot und Fleisch und dem Propheten im Wartestand richtet Gott einen fliegenden „Shuttle-Service“ ein.

Gott ist immer für eine Überraschung gut. Gott findet die erstaunlichsten Wege, um seine Leute zu versorgen. Aber was ist dem vorausgegangen? Ein Mann ließ sich von Gott in den Dienst nehmen, suchte intensiv die Nähe zu seinem Herrn und er ging mutig los, als Gott es ihm sagte. Diese Mission hätte durchaus tödlich enden können.

So ist es noch heute. Gott beauftragt seine Leute, führt sie ins Gebet, schützt sie in Gefahren und versorgt sie, manchmal mit unkonventionellen Mitteln, mit „Essen auf Flügeln“ zum Beispiel.

Eine Mut machende Geschichte. Denn manchmal ist es auch an uns, einem „König“ die Wahrheit zu sagen und dabei etwas zu riskieren.

(G.E.)

Essen auf Flügeln

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