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Christen sehen sich ...

... nie zum letzten Mal!

Da geriet ihr Schubladendenken dann doch ziemlich ins Wanken. Bisher dachte sie schlicht und einfach: Christen sind tapfer, mutig, bereit zum Leiden; Nichtchristen dagegen verlässt in schweren Lebenssituationen ihr „natürlicher“ Mut. Nun lag sie nach der Diagnose „Gehirntumor“ für einige Wochen im Krankenhaus. „Viele Gelegenheiten boten sich zum Gespräch mit Leidensgenossen“, erzählt sie, „prächtige Menschen habe ich kennen gelernt. Mit beeindruckenden Weisheiten für Leidenszeiten wurde ich konfrontiert: „Leiden gehört zum Leben dazu. Krankheitszeiten sind Zeiten innerer Einkehr. Der Tod gehört zum Leben.“ Da lagen Menschen, die zum Teil noch schlimmer dran waren als sie. Menschen, die vor schmerzhaften Untersuchungen genauso viel Angst hatten wie sie. Auch gab es Patienten, die den frisch Operierten mit liebevollen Handgriffen zur Seite standen, Menschen, die dankbar waren für alle Fortschritte durch die moderne Medizin und für das freundliche Pflegepersonal. Und sie lag als Christin mittendrin. Eine Bettnachbarin las indische Weisheiten – sie lernte Gesangbuchverse auswendig. Eine andere las Liebesromane – sie las den Liebesbrief Gottes an die Menschen, die Bibel. Unterschiedliche Möglichkeiten, um durch die schwere Zeit hindurch zu kommen.

Aber was war der springende Punkt? Am Abend vor der OP konnte sie es sozusagen mit den Händen fassen. In ihrem Krankenzimmer hatte ich ihr, ihrem Mann und sieben erwachsenen Kindern das Heilige Abendmahl gereicht. Danach haben sich alle einzeln von ihr persönlich verabschiedet unter Tränen, und doch getröstet, mit den Worten: „Christen sehen sich nie zum letzten Mal!“ Hier wurde etwas ausgesprochen und geglaubt, was schon der Apostel Paulus im Römerbrief bezeugt hat und das bei vielen Beerdigungen am Grabe bis heute Gläubige tröstet: „Leben wir, so leben wir dem HERRN; sterben wir, so sterben wir dem HERRN. Darum: Wir leben oder sterben, so sind wir des HERRN. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende HERR sei.“

Ihr Pastor Klaus Dörrie

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